Bürgergemeinde Seltisberg
Die Bürgergemeinde Seltisberg war bis ins Jahr 1985 mehr und mehr ein "Sorgenkind" der Einwohnergemeinde Seltisberg. Damit die finanzielle Situation mindestens ausgeglichen gestaltet werden konnte wurde zur Unterstützung des Gemeinderates (der auch alle Belange der Bürgergemeinde vertrat) eine fünfköpfige Bürgerratskommission gebildet. Zeitgleich wurde im Gemeinderat erstmals ein Ressort Bürgergemeinde ins Leben gerufen in dem alle Bereiche der Bürgergemeinde beinhaltet waren. Gemeinderat Peter Salathé war bis ins Jahr 1992 diesem Ressort vorstehend und zugleich auch Mitglied der neu geschaffenen Kommission.

Als erste konkrete Idee zugunsten der Bürgergemeinde wurde zwischen Schützenhaus und Scheibenstand ein geeigneter Standort als Kompostierungsplatz gefunden und ausgeschieden, den die Gemeinden Seltisberg, Liestal und Füllinsdorf gegen Bezahlung brauchen und nutzen konnten. Dies war kein einfaches Unternehmen, musste doch die Auszonung eines Waldareals auch von "Bundesbern" bewilligt und durch eine Ersatzaufforstung ausgeglichen werden. Bis heute resultieren daraus Einnahmen zugunsten der Bürgergemeinde.

In der Forstwirtschaft arbeitete Peter Salathé intensiv mit dem damaligen Förster Gerhard Spinnler zusammen mit dem Erfolg, dass dieser begann nicht nur im Wald praktisch zu arbeiten, sondern auch Formulare zur Pflege des Waldes auszufüllen und damit beim Forstamt berechtigte Pflegebeiträge zu bekommen. Durch vermehrt maschinellem Einsatz im Forst, was für einen einzelnen Mann ein noch höheres Risiko darstellte, wurde ein Mitarbeiter des Aussendienstes der Einwohnergemeinde für gewisse Arbeiten zusätzlich im Wald eingesetzt. Es wurde auch ein Forsttraktor angeschafft damit mit mehr Effizienz gearbeitet werden konnte.

Die Holzpreise waren seit einiger Zeit stark rückläufig. Dies führte wiederum zu grossen Defiziten in der Forstwirschaft. Die Bürgergemeinde Seltisberg realisierte im Jahr 1997 darum einen Wärmeverbund. Damit konnte nicht nur mit Hackschnitzeln ein lukrativer Verwendungszweck von Schwachholz gefunden werden, sondern die Wertschöpfung war wesentlich höher, da anstatt Schnitzeln Energie verkauft werden kann. Die grossen Einnahmen aus der Deponie ermöglichten es bis heute für die zwei Heizzentralen und das Leitungsnetz mehr als 3 Mio. Franken aus eigenen Mitteln zu investieren.

Die Deponie für sauberen Aushub, die seit 1963 ohne grosse finanzielle Einnahmen in Betrieb war, wurde im Jahr 1998 beinahe aufgefüllt. Die Idee einer Deponieerweiterung war aufgrund von grosser Nachfrage für Deponieraum eine logische Folge. Mit guten Kontakten zum Buwal (via Kantonsförster Reinhard Eichrodt) wurde durch Christoph Weibel und Peter Salathé (Gemeinderäte und Mitglieder der Bürgerratskommission) das Projekt Deponieerweiterung gestartet. Mit grossem finanziellen (mehr als 400'000.- Fr.) und personellen Engagement konnte im September 1999 eine Bewilligung der erweiterten Deponie Buchhalden erlangt werden. Dazu nötig war eine Umweltverträglichkeitsprüfung und eine befristete Rodung auf der entsprechenden Fläche im Wald. Durch die wertvolle Mitwirkung von Dr. Karl Martin Tanner, der in erster Linie die naturschützenden Bereiche einbrachte, konnte das neue Deponievolumen von ca 600'000 m
3 auf über 1'000'000 m3 erhöht werden. Gute Verhandlungen für den Betrieb der Deponie, der an die Tiefbau-Firmen Itin, Wirz und Ziegler vergeben wurde, waren das Fundament für die komfortable finanzielle Stabilität der Bürgergemeinde Seltisberg.

Da im Jahr 2000 im Gemeinderat immer weniger Bürger vertreten waren und die Aufgaben der Einwohnergemeinden immer komplexer wurden, wurden die Aufgaben der Bürgergemeinde Seltisberg ab Juli 2000 als Exekutives Organ nicht mehr vom Einwohnergemeinderat, sondern von einem neuen, selbständigen Bürgerrat geführt.

Im Hinblick auf die Pensionierung des Försters arbeiteten die Bürgerratskommissionsmitglieder und späteren Bürgerräte Peter Salathé und Christoph Weibel konstruktiv und erfolgreich an der Schaffung der vom kantonalen Forstamt geplanten Revierbildung mit. Seltisberg gehört seit 2001 dem Forstrevier Riedbach an.

Anlässlich der Forsttage 2007 beim Bad Bubendorf wurde von den Förstern als Aufhänger der Bau eines Blockhauses beschlossen. Da dies sehr kapitalintensiv ist und die Bürgergemeinde Seltisberg über genügend finanzielle Mittel, sowie "Mut für Neues" verfügte, konnte das Projekt "Blockhaus Schweini" erfolgreich realisiert werden.

Grosse finanzielle Mittel und der Gedanke der Unterstützung der Einwohnergemeinde bewogen den Bürgerrat Wohnraum für ältere Menschen in Seltisberg zu realisieren. So konnten im Jahr 2010 neun Alterswohnungen an der Hauptrasse 41 und im Jahr 2016 neun betreute Alterswohnungen an der Bündtenstrasse 3 realisiert und bezogen werden.

Geschichte