Bürgergemeinde Seltisberg
Zur schwierigen, aufwändigen und nicht kostendeckenden Waldbewirtschaftung an unseren oft steilen Hanglagen gesellten sich zunehmend Absatzprobleme beim Industrie- und Schwachholz. Um dem Bürgerwald die langfristige Abnahme des anfallenden Schwachholzes zu kostendeckenden Preisen zu sichern, entstand 1993 die Idee, eine grössere automatische Holzfeuerung zu realisieren und damit die Liegenschaften der Gemeinde mit Holz aus dem Seltisberger Wald zu beheizen.

Das erarbeitete Projekt sah vor, neben den 6 Gemeindebauten auch 20 private Liegenschaften mit Wärme aus der Heizzentrale bei der Mehrzweckhalle und einem 750 m langem Fernwärmenetz zu versorgen.
Nachdem die Bürgergemeinde-Versammlung am 27.Januar 1997 und die Einwohnergemeinde-Versammlung im Februar 1997  diesem Vorhaben zustimmten und die Kredite bewilligten, konnte im April 1997 mit dem Bau begonnen werden und bereits im September 1997 wurde die Anlage in Betrieb genommen. Der Holzschnitzel-bedarf betrug damals 650 m
3 und die produzierte Wärme lag bei rund 700'000 kWh.

Im Laufe der Jahre konnte das Wärmenetz stetig erweitert und die Anschlussdichte erhöht werden, sodass der Bau einer weiteren Heizzentrale nötig wurde.

Die zweite Heizzentrale konnte zusammen mit dem Mehrfamilienhaus "Betreutes Wohnen im Alter" an der Bündtenstrasse 3 erstellt werden und im Oktober 2015 den Betrieb erfolgreich aufnehmen.

Die neue und die alte Heizzentrale sind über das erweiterte Fernwärmenetz miteinander verbunden worden. Damit wird auch in strengen Wintern eine optimale Betriebssicherheit der Wärmebezüger erreicht. In beiden Heizzentralen kann die Wärme sowohl mit einer Schnitzel- als auch mit einer Ölheizung erzeugt werden. Die Ölheizung wird während den nicht so kalten Übergangszeiten in Betrieb genommen und kann bei ganz strengen Winter dazu geschaltet werden.

Von anfänglich 25 Liegenschaften werden heute rund 80 Gebäude mit Wärme versorgt mit einem Holzschnitzelbedarf von etwa 2'000 m
3. Die produzierte Wärme liegt je nach strenge des Winters bei rund 1'600'000 kWh (2017).

Weitere Netzausbauten sind geplant, sodass in Zukunft noch weitere Liegenschaften an den Wärmeverbund angeschlossen werden können, siehe
Situationsplan zum bestehenden und geplanten Netzausbau.
●     Bürgerrat: Henning Wiese, Ressortverantwortlicher
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    Heizungsingenieur: oeCON GmbH, Urs Frischknecht
●     Anlagewarte: Paul Salathe und Armin Wiesner
●     Rechnungsführung: FILO AG Seltisberg
Für unseren Wärmeverbund sind aktuell folgende Personen und Firmen zuständig:

Wärme aus dem eigenen Wald