Bürgergemeinde Seltisberg
Als Andenken an die 800-Jahrfeier von Seltisberg im Jahr 1994 wurde auf freiwilliger Basis von fünfzehn Seltisbergern wieder ein kleiner Rebberg angelegt, just in dem Gebiet, wo früher ein eindrücklicher Rebberg stand. Im Staatsarchiv kann man aus dem Verzeichnis der Weinproduktion des Jahres 1859 entnehmen, dass Seltisberg eine Anbaufläche von 21 Jucharten (=7,56 Hektaren) Rebgelände aufwies. Um das Jahr 1900 musste dann aber der Weinbau wegen verschiedener Krank­heiten (vor allem Reblaus und Falscher Mehltau) aufgegeben werden.
Heute umfasst der Seltisberger Rebberg lediglich 4 Aren, das heisst etwa 400 Rebstöcke. Um die Neuanlage herrichten zu können, musste ein Mietvertrag mit der Schweizerischen Eidgenossenschaft, der Landeigentümerin, ausgehandelt werden. Nach rund 1‘300 Stunden harter Arbeit wurde der Rebberg im Juni 1994 feierlich eingeweiht. Die heute zum Teil noch sichtbaren Stützmauern sollen über hundert Jahre alt sein. Sie wurden liebevoll restauriert und in den so genannten Terrassenbau miteinbezogen. Die neue Rebsorte "Regent" erbringt einen jährlichen Ertrag von rund 400 Flaschen sehr bekömmlichen geschmackvollen Rotweins.
Der Seltisberger Regent ist ein sehr rarer Tropfen; er kann nicht gekauft werden und ist somit unbezahlbar. Feinschmecker behaupten, er sei etwas vom Besseren. Die Rebbauern sind stolz auf das gelungene Werk. Sie sind der Meinung, es sei einer der schönsten Rebberge im Baselbiet, auch wegen der schönen Aussicht ins Bölchen- und Passwanggebiet. Übrigens liegt der Rebberg an einem schönen Spazierweg, neben dem Rebenweg.

Räbfründ

Rebberg